1856

Mit 1.000 Gold-Talern, unerschütterlichem Unternehmergeist und beruflichem Können beginnt Julius Gottfried Anschütz am 01. Juli 1856 die Erfolgsgeschichte der J. G. ANSCHÜTZ GmbH & Co. KG in Zella-Mehlis, Tühringen.

Firmengründer Julius Gottfried Anschütz, ca. 1890

Marie Luise Anschütz, ca. 1890

Die schweren ersten Jahre überwand der Existenzgründer auch dank seiner Frau Marie Luise Anschütz. Glücklicherweiße verfügte sie über ein beträchtliches Vermögen, dass sie ohne Zögern in das Unternehmen ihres Mannes investierte. Sie wurde bei der Verwirklichung seiner Ideen zu seiner treusten Begleiterin.

Das erste Warenzeichen der neu gegründeten Firma hatte einen runden Charakter. Das lag wahrscheinlich nur daran, dass Julius Gottfried Anschütz das „G“ seines zweiten Vornamens stark stilisierte, fast ein „C“ daraus machte und es dann mit den beiden anderen Initialen „J“ einem wiederum stilisierten „I“ und einem übergroßen „A“ verwob. Dieses Signet führte bald dazu, dass man das Germaniawaffenwerk in Zella-Mehlis meist kurz und prägnant „IGA“ nannte. Und Dieter Anschütz erzählt oft, dass ihn seine Schulkameraden und Jugendfreunde in Zella-Mehlis nur „IG“ riefen.

Das erste Firmenlogo hatte bis 1901 bestand.

Die Wahl eines runden Firmenlogos  hatte sicher auch einen praktischen Hintergrund. Da jede Waffe Herstellerstempel erhielt, bot sich natürlich diese klare Form an, die sogar auf einem kleinen Prägestempel gut aufgebracht werden konnte. Dieser Stempel ist auf vielen alten Waffen heute noch gut erkennbar.

Eine der wenigen Aufnahmen von Firmengründer J.G. Anschütz (auf der Treppe ganz oben) zeigt ihn im Jahre 1897 vor seinem Wohnhaus, in dem auch ein Zimmer als Poststelle vermietet war. Das Haus wurde 1896 errichtet und darin waren auch die ersten Büros der Firma ANSCHÜTZ untergebracht. Fritz August Anschütz (Mitte), Urgroßvater des heutigen Geschäftsführers Jochen Anschütz, steht vor seinem Vater. Links daneben seine Frau Adele und rechts vorne (im schwarzen Kleid) Marie Luise Anschütz.

Die Abbildung unten zeigt das wahrscheinlich älteste Modell. 1836 entwickelte Lefaucheux die Stiftfeuerpatrone. Die Waffe hatte ein sehr altes Verschlussmodell (T-Verschluss). Die Produktion dieser Pistole begann ab 1870 und wurde bis zum Ersten Weltkrieg aufrecht erhalten.

Das Angebot des Büchsenmachermeisters und seines Germaniawaffenwerks wuchs schnell und umfasste schon bald auch Flobert-, Scheibenpistolen und Tezerolen (kleine Vorderlader-Taschenpistolen), Revolver, Luftgewehre, Teschings, Knabenstutzen, Jagd- und Scheibenbüchsen, einläufige Flinten, Doppel-Jagdflinten, Mauser- und Martinibüchsen, Drillinge, Doppelteschings und Zubehör.

Flobertpistolen
Die Salonpistolen mit unterschiedlichen Lauflängen wurden von 1890 bis 1939 gefertigt.

Centralfeuer-Revolver
Das Modell Nr. 603 M.R. in Kaliber 320 und 380 sowie das Modell Nr. 601 8/4 wurden zwischen 1890 – 1920 gefertigt.

Germania Warnant-Tesching
Altes System, Produktion ab 1880 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Flobert-Scheibenpistole
Gefertigt um 1890 bis Mitte der 1920er, vereinzelt auch noch später.

Bulldog-Revolver
Eine damals sehr beliebte Waffe, die von 1890 an bis Ende des Zweiten Weltkriegs gefertigt und geliefert wurde.

Taschen-Revolver
Ein sehr beliebter Taschen-Revolver, der von ca. 1890 bis Ende des Zweiten Weltkriegs gefertigt und geliefert wurde.

ANSCHÜTZ fertigte tausende Exemplare dieser Waffen und fand auf der ganzen Welt Abnehmer dafür. Dass Revolver um 1900 ein gutes Geschäft versprachen, zeigte die damalige Vielzahl von Herstellern in Mehlis. So gründete auch Richard Anschütz, Bruder von Julius Gottfried, in Mehlis eine Gewehrfabrik. Diese existierte bis etwa 1928 und beschäftigte in den letzten Jahren über 120 Mitarbeiter.

Richard Anschütz (ganz links) mit seinem Sohn Robert (2.v.l.) und der Belegschaft vor seinem Fabrikgebäude in der Zeit nach dem Übergang ins 20. Jahrhundert.

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