1896

Die Präzision der Erzeugnisse von J. G. ANSCHÜTZ hatte sich rasch herumgesprochen, so dass so gut wie nie Auftragsmangel herrschte. Nachdem der Firmengründer das Unternehmen 40 Jahre lang erfolgreich führte, verwirklichte er sich im Alter von 62 Jahren einen Lebenstraum: Das eigene Fabrikgebäude.

Bauplan des Fabrikgebäudes aus dem Jahr 1896.

Die oben abgebildete „Zeichnung zum Neubau eines Fabrikgebäudes für Herrn Julius Gottfried Anschütz in Mehlis“ mit dem Stempel der Ortsbehörde (links, rot unterlegt), zeigt sehr schön die Dimension der ersten Baustufe in der Reißmannstraße. Die Genehmigung und damit auch der Baubeginn sind auf den 15. Mai 1896 datiert. Im rechten Drittel ist die Unterschrift des Bauherren zu erkennen (ebenfalls rot unterlegt).

Mehlis mit dem zukünftigen Standort der Fabrik links neben der Kirche, 1896

Bei Einzug in das neue Fabrikgebäude im Jahr 1897 wurden 76 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Zahl wuchs bis zum Erweiterungsbau im Jahr 1909 auf 150 und weitere fünf Jahre später auf 250 Mitarbeiter an. In Spitzenzeiten verdienten sogar fast 600 Menschen bei ANSCHÜTZ den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien.

Systemmacherei in Mehlis um 1900

Mit dem neuen Fabrikgebäude führte Julius Gottfried Anschütz seine Firma in einen neuen Abschnitt ihrer Existenz. Seine beiden Söhne Fritz August und Otto Veit waren gemäß der Familientradition vom Vater in die Geheimnisse und Fertigkeiten des Büchsenmacherhandwerks eingeführt worden und standen bereits auf festen Beinen im Berufsleben.

Erster Bauabschnitt um 1897. Vor dem Fabrikgebäude befinden sich die 76 Mitarbeiter.

Schon um die Jahrhundertwende wurden die ersten Fabrikgebäude erweitert und bald gehörte das Germaniawaffenwerk zu den leistungsfähigsten Unternehmen in Zella-Mehlis. Um der wachsenden Nachfrage nach ANSCHÜTZ-Waffen gerecht zu werden, wurde 1899 ein Kohleschuppen zur Sicherung des Energievorrats erstellt und im Jahr 1900 eine kleinere Halle an die vorhandene Produktionshalle angebaut. 1902 und 1903 erfolgten weitere Baumaßnahmen, um Maschinen- und Produktionsprozesse zu optimieren. 1904 wurde eine mit Kohle betriebene Dampfmaschine angeschafft, die Erste in der Region.

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